Am Samstag haben sich bundesweit Zehntausende Jugendliche und junge Erwachsene an Demonstrationen der Initiative „Gen Z regelt“ beteiligt. Nach Veranstalterangaben gingen in mehr als dreißig Städten rund 120.000 Menschen auf die Straße. Während die Kundgebungen am Nachmittag weitgehend friedlich verliefen, kam es am späten Abend in mehreren Städten zu Zwischenfällen und Polizeieinsätzen.

Die Proteste richteten sich gegen steigende Lebenshaltungskosten, Einsparungen bei Bildung und psychotherapeutischer Versorgung sowie gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Zudem forderten die Teilnehmer eine ambitioniertere Klimapolitik und soziale Gerechtigkeit.

### Zwischenfälle und Festnahmen am Abend

In Berlin verliefen die Versammlungen am Nachmittag nach Angaben der Polizei ohne größere Störungen. Am Abend schlossen sich Gruppen im Umfeld von Halloween-Veranstaltungen im Prenzlauer Berg und weiteren Stadtteilen zusammen, zündeten Pyrotechnik und bewarfen Einsatzkräfte vereinzelt mit Flaschen und Feuerwerkskörpern. Die Berliner Polizei bilanzierte bis zum Sonntagmorgen 56 Festnahmen und leitete Verfahren wegen Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung ein.

Auch in Leipzig und Aachen meldeten die Behörden einzelne Blockaden und Beschädigungen, griffen jedoch schnell ein. In München, Frankfurt am Main und Köln verliefen die Großdemonstrationen nach vorliegenden Berichten weitgehend ruhig.

### Reaktionen aus der Politik

Katharina Dröge, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, erneuerte ihre Forderung, die Sorgen der Demonstrierenden ernst zu nehmen. Politik dürfe nicht über die Köpfe der jungen Generation hinweg entscheiden. Zugleich verurteilte sie vereinzelte Sachbeschädigungen am Rande der Versammlungen.

Aus den Reihen von CDU und SPD wurde gewarnt, legitime Anliegen von Schülern und Studierenden dürften nicht durch gewaltbereite Gruppen instrumentalisiert werden. Die Bundesregierung hatte im Vorfeld angekündigt, die vorgebrachten Anliegen nach den Kundgebungen inhaltlich zu bewerten.